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Guatia

Eine besonders Faszination strahlt das kleine Örtchen Guatia aus, dass man nahe der Stadt Teguise vorfindet. Zwar leben hier nur etwa 850 Einwohner, aber dennoch hat dieser Ort so seine eigenen charakteristischen Merkmale.

Bedauerlicherweise sind diese kleinen prägnanten Merkmale von äußerst stacheliger Erscheinung, da sich hier die größten Kakteenfelder der Kanaren befinden. Auf diesen landschaftlich dominierenden Areal befinden sich Tausende von Kakteen, die seit jeher den Reichtum dieser Insel zelebrierten. So züchtet man hier eine besondere Art der Schildlaus, die den Grundstoff bildet zur Herstellung von Karminsäure. Diese Karminsäure ist wiederum Basis für viele Kosmetikartikel oder auch Farbträger für viele tiefrote Produkte. Für diese spezielle Zucht ist Lanzarote bereits seit dem 18. Jahrhundert prädestiniert, und verfügt daher über ein großflächiges Areal an Kakteen, in denen die Schildläuse sich entwickeln können. Um eine gewisse Vorstellung der Menge zu erhalten, kann man anführen, dass für ein Kilogramm karminroter Farbstoff etwa 150 Tausend Schildlaus Larven benötigt werden, die man in einen gewissen Entwicklungsstadium von der Brutstelle Kaktus abschabt.

Allerdings verfügt Guatia auch noch über eine etwas ansprechendere Variante der Kakteenzucht. Dieser befindet sich am Ortsrand in Form des Jardin Parks, der aufgrund seiner Gartenarchitektur einen botanischen Garten gleichzusetzen ist und besonders schön anmutet. In Form eines Amphitheaters angelegt, gedeihen hier auf etwa 5000 m² über 1400 verschiedene Kakteenarten, die individuell durch ihre vielfältige Erscheinungsweise bestechen. Insgesamt zählt man in dieser herrlichen Anlage weit über 10 Tausend Exemplare der stachligen Flora, die hervorragend mit den vulkanischen Bodensubstanzen zurechtkommen. Ein ehrliches Lob gilt hier den schaffenden Architekten, der besonderen Wert darauf legte, dass sich die gastronomischen Institutionen ebenfalls in die herrliche Kulisse einfügen. Daher bestehen deren Grundmauern aus vulkanischen Gestein, dass im Auge des Betrachters eine grandiose Bereicherung darstellt.

Aus diesem natürlichen Rohstoff ist auch die bekannte Santo Gusto Kirche teilweise erschaffen, die sich mit besonders attraktiven Vulkanstein Formatierungen schmückt und sich in unmittelbarer Nähe befindet.

Text von Claudia Schleicher