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Haria

Eine besonders schöne Legende umspielt den 5004 Einwohner zählenden Ort Haria und seine gleichnamige Region. So sagt man, dass jedes mal wenn ein Mädchen das Licht der Welt erblickte, eine neue Palme sich zum bestehenden Ensemble der über Tausend Palmen hinzugesellte. Daher spricht man bei diesem 105 km² großen Areal auch vom Tal der Palmen. Ob dies vielleicht nur eine Sage ist oder eine wahre Begebenheit sollte man als Reisender vielleicht ergründen und daher einen Besuch dieser reizenden Ortschaft nicht versäumen.

Haria ist ein Ort der zum Träumen und Verweilen einlädt. Entlang der Plaza Leon schlendert man in einer schattenspendenden Allee aus Lorbeerbäumchen sowie überragenden Eukalyptusbäumen, die einen würzigen Duft verströmen. Hinter dieser beeindruckenden wegsäumenden Vegetation findet man das sehenswerte Castillo Leoný, welches aus einer früheren Epoche stammt. Sehenswert ist hier auch die aus dem 19. Jahrhundert stammende Pfarrkirche Nuestra Senora, welche in einer typisch modernen Facette gehalten ist.

Ergänzend kann man anmerken, dass sich besonders eine Reise zu den Feiertagen des San Juan im Juni als herausragend darstellen, da sich hier die Plazza de la Constitcion feierlich in einen Gewand aus bunten Salzteppichen präsentiert. Diese Salzteppiche kann man vergleichen mit den zu Fronleichnam üblichen Blütenarrangements, die verschiedene Symbole oder heilige Bilderszenen darstellen. Da man jedoch auf Lanzarote einen verständlichen Mangel an blühenden Pflanzen verzeichnet, wird hier das gewonnene Meersalz eingefärbt und ersetzt so das übliche Blütenmeer, wie man es etwa auf Teneriffa vorfindet.

Manchen aufmerksamen Besucher werden in diesem Ort sicherlich die zahlreichen leer stehenden Häuser nicht entgehen. Diese Begebenheit ist damit zu erklären, dass der Ort im Norden Lanzarotes seit Mitte des 19. Jahrhundert unter den Folgen einer waren Flut an Auswanderungen litt. Diese sich daraus resultierenden Verluste in der Einwohnerzahl konnte man trotz der beschaulichen Kulisse bis heute nicht auffangen, obwohl man dies als Reisender angesichts der naturellen Schönheit nicht versteht.

Text von Claudia Schleicher