Die wundervolle Insel Lanzarote lässt sich in sieben Gemeinden einteilen, wobei Tinajo eine davon ist. Auf einer Gesamtfläche von rund 135 km² leben in dieser Gemeinde, die sechs Orte zugehörend zählt, rund 5,5 Tausend Einwohner. Den Mittelpunkt der westlich gelegenen Region stellt die gleichnamige Hauptstadt Tinajo dar, die trotz ihrer geringen Größe einen kleinen Höhepunkt in einer Gegend darstellt, die nur von Gemüsekultivierung zu leben scheint.
In dieser kleinen liebevoll gepflegten Ortschaft befindet sich nämlich die bekannteste Ringkampfarena der Insel Lanzarote. Daher pilgern die einheimischen Sportfreunde gerne regelmäßig zu dem im Stadion Terrero stattfindenden Ringkämpfe, die auf der Vulkaninsel einen bedeutenden Status besitzen. Einen solchen Kampf zu betrachten ist vielleicht auch für den einen oder anderen Besucher durchaus attraktiv, und stellt mit Sicherheit einen gewissen Bezug zur Mentalität der Einheimischen dar.
Besonders attraktiv erscheint jedoch auch das Ortsbild von Tinajo, dessen Mittelpunk die Pfarrkirche San Roque bildet. Diese aus dem 18. Jahrhundert stammende Kirche wird als eine der Sehenswürdigkeiten der sakralen Bauweise auf Lanzarote angesehen. Die typische Dreiteilung der Kirche zeugt von gotischer Architektur, wenn gleich sich dies bei näheren Betrachten als irrtümlich erweist. Die optische Teilung wird durch den Anbau der sehenswerten Taufkapelle erreicht, in der ein historisches steinernes Taufecken aufbewahrt wird. Jedoch ist diese Kirche besonders aufgrund ihrer filigranen Deckenkonstruktion sehenswert, die eine beachtliche Kunstfertigkeit von ihrem schaffenden Künstler seinerzeit verlangte. Diese gleiche Liebe zur schaffenden Kunst muss auch der Künstler besessen haben, der den prunkvollen Altarraum gestaltet hat, der das Herzstück dieser Kirche ist.
Tinajo ist ein kleiner Ort, der keine überragenden Sehenswürdigkeiten besitzen muss, um in der Rangliste der beliebtesten Ferienorte zu bestehen. Man kann vielmehr sagen, dass der gesamte Ort als kleine Attraktion gilt. Denn in einer Region, die von kargen Lava Formatierungen geprägt ist, sind die ertragsreichen Anbauflächen der Gemüsekultivierung doch eine kleine Sensation. So werden förmlich in einer dunklen Lava Kulisse kleine farbenfrohe Kontraste mit Paprika, Auberginen und zahlreichen anderen Gemüsearten gesetzt.
Text von Claudia Schleicher
